Interview

Im Gespräch mit Anke Riedel, Leiterin und Gründerin von Ganga

Was ist denn das Besondere an Ganga?
Anke Riedel: Unsere Gruppe spielt ausschließlich meditative Musik. Die Stücke, die wir spielen sind in tiefer Meditation komponiert worden, von einem Musik-Maestro und Meister der Meditation: Sri Chinmoy. Auch jeder Musiker in der Gruppe übt sich täglich in Meditation – einige von uns seit über 15 Jahren. Wir versuchen, die Musik in einer meditativen Haltung zu spielen und dem Zuhörer so an dem inneren Fluss der Musik und den inneren Qualitäten, Harmonie, Kraft, Liebe, Dynamik und Enthusiasmus, teilhaben zu lassen. Das Geheimnis ist das  Eintauchen in die Quelle – die eigentlich das eigene innere Selbst ist, das Göttliche. Die Zuhörer gehen aus unseren Konzerten innerlich gestärkt nach Hause.

Macht ihr hauptberuflich Musik?
Anke Riedel: Wir sind keine Profis. Wir haben alle unseren Job und machen Musik aus Freude in der Freizeit. Wir machen auch mal Fehler beim Spielen, aber das ist gar nicht so wichtig. Meistens merken es die Leute auch nicht. Wichtig ist die Freude, die wir spüren und rüberbringen, die Liebe zur spirituellen Musik und die Liebe zu Gott oder dem Göttlichen in der Schöpfung.
Wir haben schon einige Konzerte gegeben. Unter anderem auch in einer Kirche in Münster. In Kirchen kommt immer noch die schöne Akustik dazu und die Atmosphäre des Gebets, die dort herrscht. Das ist etwas! Dafür steckt man dann auch gern die meist etwas zu niedrigen Raumtemperaturen weg.

Macht ihr die Arrangements selbst?
Anke Riedel: Ja, jedes Lied ist eine neue Herausforderung, eine neue Spielwiese der Kreativität, bei dem auch jedes Instrument anders zum Einsatz kommt. Unsere Instrumente sind bis auf die Violine eher ausgefallen: indisches Harmonium, eine handgefertigte Bambusflöte, Tabla - eine zweiteilige Trommel aus Indien die mit den Fingern gespielt wird, Udha - eine Tontrommel, die wie ein Krug aussieht, aber 2 Öffnungen hat und Kleinpercussion: Glöckchen, einen Holzfrosch, Zimbeln etc. Da kommen immer neue spannende Kreationen zustande.

Seit wann gibt es Ganga?
Anke Riedel: Die ersten echten Proben hatten wir vor ungefähr 5 Jahren. Dann hat sich aber noch was an der Besetzung geändert, bis wir uns vor ca. 4 Jahren in der jetzigen Formation zusammengefunden haben. Die Proben am Anfang waren ganz schön mühsam. Es schien nicht vorwärts zu gehen. Ständig war einer zu langsam, zu laut oder hat falsch gespielt. Brrr... Aber da hat mich die Story von den Comedian Harmonists inspiriert, die täglich stundenlang über Monate  hart geübt haben, bis sie sich auf die Bühne gewagt haben. So viel haben wir nicht geübt, aber wir fallen auch nicht unter die Profis. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass unsere Musik ein Erlebnis, ein meditatives Musikerlebnis der besonderen Art ist.

Ende 2004 haben wir unsere erste CD herausgebracht: Sacred River.
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