Thomas Jefferson, Heidelberg und die Ägyptischen Pyramiden

Thomas Jefferson besucht Heidelberg.

Fast 220 Jahre ist es her, dass der spätere dritte Amerikanische Präsident Thomas Jefferson der romantischen Stadt Heidelberg einen Besuch abstattete. Unvergesslich ist dabei seine Wertschätzung des berühmten Heidelberger Schlosses, welches Jefferson von seiner Bedeutung her mit den Ägyptischen Pyramiden verglich. Auch gefiel ihm die Stadt selbst außerordentlich gut, wie aus seinen zahlreichen Briefen und Tagebucheintragungen hervorgeht. Wie mag es sich damals wohl zugetragen haben, zur Blütezeit der Romantik? Nachstehend einige Impressionen, in der Wirklichkeit und Fiktion miteinander verschwimmen.

Aus dem Tagebuch Thomas Jeffersons.

"Heute bin ich nach einer langen Reise in Mannheim angekommen. Hier werde ich für einige Zeit logieren. Dadurch gewinne ich ausreichend Zeit, mich mit der hiesigen Landwirtschaft, vor allem der Ziegenzucht zu beschäftigen. Zudem sind ja auch Architektur, Botanik und Geographie einige meiner Steckenpferde. Für diese Interessengebiete scheinen mir Mannheims Umland, vor allem die romantische Stadt Heidelberg, wie geschaffen zu sein."

Thomas Jefferson in Heidelberg.

Nachdem Thomas Jefferson in Heidelberg angekommen ist, besucht er zuerst das Heidelberger Schloss. Tief beeindruckt verweilt er einige Zeit im schön angelegten Schlossgarten, bevor er auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses, dem Neckar, den weltberühmten Philosophenweg empor geht. Von hier aus bietet sich ein beeindruckender Ausblick auf Heidelberg selbst, mit dem Schloss und dem Hausberg Heidelbergs, dem Königstuhl, im Hintergrund.

Thomas Jefferson reflektiert:

"Wenn nur meine verstorbene Frau Martha diesen Anblick jetzt mit mir teilen könnte. In ein paar Tagen, am 13.April 1788, ist mein 45. Geburtstag. Schon bald werde ich nach Paris weiterreisen, wo Benjamin Franklin auf seine Ablösung als Amerikanischer Gesandter wartet. Doch jetzt möchte ich noch einmal ganz den Augenblick genießen, sowie das erstaunlich milde Klima. Nun verstehe ich, weshalb man Heidelberg auch die nördlichste Stadt Italiens nennt. Wie malerisch die Sonne ihre späten Nachmittagsstrahlen auf das erhabene Schloss wirft, welches königlich über Heidelberg thront. Diese Impressionen möchte ich in Erinnerung behalten, wenn ich mich auf meinen weiteren Lebensweg mache. Wer kann schon wissen, was die Zukunft für mich bereit hält?

Die Zukunft Thomas Jeffersons.

Nachdem Thomas Jefferson bereits 1775 die Unabhängigkeitserklärung formuliert hatte und somit Amerika sich ein Jahr später vom Mutterland England hatte lösen können, wurde er bereits 1789 Außenminister unter dem ersten Amerikanischen Präsidenten George Washington. Der zweite Präsident, John Adams, ernannte Jefferson zum Vizepräsidenten. Im Jahr 1800 wurde Thomas Jefferson selbst zum dritten Amerikanischen Präsidenten gewählt. Später gründete er die Universität von Virginia, wobei er sowohl den Lehrplan wie auch das Gebäude persönlich entworfen hatte. Thomas Jefferson starb am 4.Juli 1826, dem 50.Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung.

(siehe auch vom gleichen Autor: http://www.srichinmoybio.co.uk/deutsch)