Sri Chinmoys lebensrettende Kraft

phoolanjaya-beale.jpgDiese Geschichte trug sich während Sri Chinmoys Geburtstagsfeierlichkeiten im August des Jahres 1997 zu. Ich war damals erst seit zweieinhalb Jahren Meditationsschülerin von Sri Chinmoy und nahm am Regenbogen-Marathon auf Wards Island teil. Der Tag war äußerst heiß und nachdem ich vom Marathon in das Haus, in dem die Neuseeländerinnen wohnten, zurückgekehrt war, fühlte ich mich nach etwa einer Stunde ziemlich miserabel. Ich spürte, dass ich ein Mineralgetränk zu mir nehmen sollte, aber ich fühlte mich einfach zu schwach, um in den kleinen Krämerladen um die Ecke zu gehen. Alle anderen Mädchen aus unserem Haus waren noch an dem Ort, wo wir gemeinsam meditierten.

Ich erinnere mich noch, dass ich, als ich auf das Transzendentale Bild meines Meisters Sri Chinmoy blickte und "Supreme, Supreme" chantete, ein äußerst intensives Gefühl erhielt, das Haus zu verlassen und nach Hilfe zu suchen. So nahm ich all meine Kräfte zusammen und schleppte mich zum Annam Brahma Restaurant. Es dauerte sehr lange, bis ich dort ankam und ich fühlte mich wie in Nebel gehüllt. Bei meiner Ankunft fuhr Sri Chinmoy gerade von unserem Meditationsplatz, einem Tennisplatz, der mit Bänken umgeben ist, weg. In diesem Augenblick kam Dipali über die Straße und ging auf mich zu. Ich brach in Tränen aus: "Dipali, ich fühle mich so krank!"
Dipali führte mich ins Restaurant und war besorgt, weil ich an einem solch heißen Tag gelaufen war. Sie gab mir dann verschiedene Mineralgetränke, doch leider sprach mein Körper auf nichts richtig an. Mein Zustand wurde zusehends schlechter und ich verlor die Konzentration.
Ich erinnere mich, dass Kritagyata und Ashanka eintrafen, um mir zu helfen. Sie sagten alle: "Sei ruhig, bleib bei uns!", aber der Raum begann sich zu drehen und ich fühlte mich immer schwächer. Das Letzte, an das ich mich erinnere, war, dass mir jemand ein Transzendentales Bild gab und mich fragte, ob ich ins Krankenhaus wollte. Ich sagte: "Ja, ja!" Den Rest der Geschichte habe ich von anderen erfahren.

Als ich den Ausgang vom Annam Brahma Restaurant erreichte, brach ich zusammen. Auf dem Weg zum Krankenhaus hatte ich im Auto einen Anfall und als wir das Krankenhaus erreichten, war ich fast bewusstlos. Mein Natriumspiegel war bei 115, was gefährlich niedrig ist (er sollte bei 135-150 liegen oder zumindest bei 124, um bei Bewusstsein zu bleiben.) Meine Elektrolytwerte waren ebenfalls aus dem Gleichgewicht geraten - wahrscheinlich durch den Marathon. Bald verlor ich völlig das Bewusstsein und wurde auf die Intensivstation verlegt.

Sri Chinmoy wurde an diesen Abend über meinen Zustand informiert. Er bat um eine Fotografie von mir, welche meine Freundinnen schnell suchten und ihm brachten. Dann meditierte er auf die Fotografie und nahm eine Rose von seinem Tisch. Nachdem er einige Male, die Rose haltend, auf dem Tennisplatz, der von den Bänken umgeben ist, auf denen wir gemeinsam meditieren, umher gegangen war, rief er eine meiner neuseeländischen Freundinnen zu sich hinunter und wies sie an, mir die Rose ins Krankenhaus zu bringen, sie auf meinen Kopf zu legen und sieben Mal "Supreme" zu sagen. Meine Freundin machte sich sofort auf den Weg zu mir.
Während ich ohne Bewusstsein blieb, hatte sich ein Gehirnödem entwickelt. Das geschieht, wenn das Gehirn anschwillt. Meine Mutter, Kritagyata, Ashanka und andere Freundinnen blieben bei mir, sprachen und sangen. Die Ärzte sagten meiner Mutter, dass ich entweder sterben oder gehirngeschädigt bleiben werde. Als Sri Chinmoy das hörte, sagte er: "Nein".
Nachdem ich siebenundzwanzig Stunden bewusstlos war, kam mein Meister Sri Chinmoy ins Spital. Meine Freundinnen erzählten mir, dass er größer als sonst erschien, als er das Zimmer betrat. Er setzte sich auf einen Stuhl neben meinem Bett und meditierte. Die anwesenden Disciples spürten, dass es eine äußerst kraftvolle Meditation war. Er legte seine Hand auf meinen Kopf und konzentrierte sich dann auf mein Herzzentrum, während er mit einer tiefen Stimme "Supreme" wiederholte.
Sri Chinmoy fragte: "Hat sie ein Transzendentales Bild auf ihrem Herzen liegen?" Ich hatte eines, aber es war unter der Decke versteckt. Bevor er ging, nahm er meinen Fuß und schüttelte ihn, wobei er später erklärte, dass er dadurch die Lebensenergie in die Basis meines Lebensbaumes zurückgeschickt hatte.
Jemand bemerkte, dass meine Herzschläge auf dem Monitor von vierzig auf sechzig pro Minute sprangen. Nachdem mich Sri Chinmoy verlassen hatte, fühlte ich mich voller Frieden, wohingegen ich vorher sehr unruhig war.

Auf dem Heimweg vom Krankenhaus, fragte Sri Chinmoy Nihshta, die ihn chauffierte, was sie dachte. Sie erzählte ihm, dass sie schockiert sei.
Er erwiderte: "Du glaubst nicht an meine okkulte Kraft?" Nihshta sagte: "Doch natürlich!" Sobald Sri Chinmoy zuhause ankam, erhielt er einen Telefonanruf von Kritagyata, dass es bei mir eine plötzliche Besserung gegeben hätte.
Nachdem ich einunddreißig Stunden bewusstlos dagelegen hatte, wachte ich auf! Ich erinnere mich nur verschwommen daran. Ich fragte: "Bin ich im Krankenhaus?" Kritagyata erklärte mir sanft, was passiert war und nach einiger Zeit sagte ich: "Oh ja."
Einige Tage lang war alles wie im Nebel. Als mir erzählt wurde, dass Sri Chinmoy kam, um nach mir zu sehen, sagte ich: "Er kam?" Ich war ganz überwältigt! Es wurde mir erst später bewusst, wie nahe ich dem Tod gewesen war.

In den nächsten paar Tagen fühlte ich mich wie ein neugeborenes Baby, wie ein leeres Gefäß, gefüllt mit Frieden. Innerlich war alles einfach und klar. Ich bekam eine Botschaft von Sri Chinmoy, dass ich die Lieder "Jiban Debata" und "Tomare Rakhibo" singen sollte. Meine Stimme klang, als würde sie von weit her kommen und dann war ich erschöpft. Ich fragte Kritagyata, was ich Sri Chinmoy geben könnte, um ihm zu danken und sie fragte ihn tatsächlich. Er antwortete: "Alles, was ich von ihr möchte, ist ihr aufrichtiges Dankbarkeits-Lächeln."

Nach zwei Tagen konnte ich mich aufsetzen und nach fünf Tagen konnte ich gehen. An diesem Tag kam Dipali und brachte mich heim, zum großen Erstaunen der Krankenschwestern, welche mich schon offiziell abgeschrieben hatten. Es war der fünfzehnte August und auf unserem Meditationsplatz fand eine große Feier zu Ehren des fünfzigsten Jahrestages der Unabhängigkeit Indiens statt.
Erst als ich Sri Chinmoy an diesen Abend sah, dämmerte es mir, welch unglaubliches Wunder er vollbracht hatte, um mich auf der Erde zu behalten. Ich war so überwältigt, wie sehr Sri Chinmoy uns alle liebt und was er für uns tut. Später fand ich heraus, dass eigentlich niemand auf der Welt mit einem so niedrigen Natriumspiegel, wie ich ihn hatte, je überlebt hatte.
Einige Tage später während der Geburtstagsfeierlichkeiten rief Sri Chinmoy mich zum Mikrofon, nachdem seine Meditationsschüler aus Neuseeland gesungen hatten. Dann sagte Sri Chinmoy zu allen: "Da ist Janine (später erhielt sie den spirituellem Namen Phoolanjaya), die den Tod überwunden hat!" Alle klatschten. Ich verbeugte mich vor Ihm und sagte: "Ich bin ewig dankbar, denn ohne Dich wäre ich heute nicht am Leben."
Mein Meister Sri Chinmoy erwiderte: "Es ist allein die Gnade des Supreme, allein die Gnade des Supreme, allein die Gnade des Supreme." Ich verließ die Bühne während zahllose Tränen der Dankbarkeit über meine Backen strömten.

Phoolanjaya Beale (Neuseeland)